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Persönliche Reflexion zum E-Portfolio

Der Prozess bei der Erstellung des E-Portfolios lässt sich rückwirkend betrachtet sehr gut mit einer meiner spannendsten und zugleich sehr herausfordernden Trekkings, dem Tongariro Crossing in Neuseeland vergleichen, den ich damals mit meiner Schwester bestritten hatte. Damit diejenigen von euch, die sich genauso wie ich vorher noch nie mit der Erstellung einer eigenen Webseite beschäftigt haben, daher meine Erfahrungen besser nachvollziehen können, werde ich meinen Lernprozess mit ein paar Eindrücken von meinem Trekking untermalen.

7:00 Uhr Morgens, noch ist es bitter kalt zum Start der Tour. Die Aufregung ist groß, aber ebenso die Unwissenheit über das, was uns in der Dunkelheit und nach dem Aufgehen der Sonne erwarten wird. Fest steht nur, dass wir mit unserem Onkel vereinbart haben, dass er uns um 17 Uhr am Endpunkt der Tour wieder abholen kann.

Das gleiche Gefühl der Aufregung und Ahnungslosigkeit entstand als mir die Aufgabe gegeben wurde ein E-Portfolio zu erstellen. Ich hatte weder eine konkrete Idee darüber, was unter einem E-Portfolio zu verstehen ist, geschweige hatte ich jemals zuvor eine eigene Internetseite aufgesetzt. Trotz der anschließend folgenden Beschreibung der zu erfüllenden Herausforderungen, schienen mir die Aufgaben noch sehr abstrakt, unklar, bzw. nicht greifbar.

Es gab also kein zurück mehr und entsprechend packte ich meinen Mut und ganze Energy zusammen und begab mich auf die ersten Meter ins noch dunkle Terrain. Nun wird es ernst, das Tongariro Crossing Abenteuer kann beginnen. 

Mir war bewusst, dass ich damit anfangen musste, mich mit der Herausforderung zu beschäftigen. Doch wo fange ich? Starte ich damit, mich zunächst mit den wissenschaftlichen Artikeln auseinanderzusetzen, um mehr Inhalt für die Seite zu haben, oder kreiere ich zuerst die Webseite, um ein Gefühl für die technischen Möglichkeiten zu bekommen, die später die Umsetzung der Aufgaben erleichtern? Ich entschied mich für Letzteres, auch deshalb weil ich es bevorzuge, das scheinbar Schwierigere zuerst zu lösen. 

Es wurde heller und das Trecking nahm konkretere Züge an. Dennoch hieß es aufmerksam zu bleiben, nicht vom Pfad abzuweichen, um irgendwelche Fehler zu riskieren. Dabei war es sehr hilfreich als gegenseitige Unterstützung einen bekannten Partner wie meine Schwester dabei zu haben.

Doch welchen Website Provider nutze ich? Wordpress oder ein Baukastensystem wie Jimdo oder Wix? Vertraue ich einfach auf meinen Instinkt oder investiere ich zunächst in ein wenig Vorarbeit, um nicht später vom Track abweichen zu müssen? 

Ich entschied mich für den effizienteren Weg. Hierbei hat mir mein Netzwerk sehr geholfen, in dem ich mir Feedback von alten Arbeitskollegen eingeholt und mir Erfahrungsberichte aus dem Internet angeschaut habe.

Schon bald wurde der erste Anstieg gemeistert. Es ist ein sehr befreiendes Gefühl, die erste Hürde genommen zu haben und ermutigt zugleich für die kommenden Herausforderungen.

Nach einem längeren Entscheidungsprozess entschied ich mich im Endeffekt für Wix, da mir die vorhandene Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit Wordpress nicht ausreichend erschien. Die Kenntnisse über Wordpress für die Zukunft sind mit Sicherheit hilfreicher. Da ich jedoch über Grundwissen in der Bedienung einer bereits aufgesetzten Wordpress Seite verfüge und die Funktionen der Baukastensysteme für den Zweck des Projektes genügen, entschied ich mich dagegen. Dass ich Wix wählte lag u.a. daran, dass es über flexiblere Designs und vielfältigere Widgets als Jimdo verfügt.

Umso weiter man kam, desto besser wurde die Aussicht  und desto mehr war man bereit die Anstrengung für die zu erwartende Belohnung auf sich zu nehmen. Es fiel schwer nicht ständig ein Zwischenstopp zu machen, um wieder und wieder ein Foto zu machen.

Der Aufbau der Seite (Home, About me) und die Funktionen der einzelnen Tools waren sehr selbsterklärend und die Grundstruktur der Seite nahm schnell Kontur an. Zeitverzögerungen entstanden vor allem dann, wenn man mit speziellen Features wie dem Mouseover oder Deckeffekten wie z.B. bei der Unterseite "Professionelles Ich" dem Ganzen noch das gewisse Etwas verleihen wollte. Hier und da verlor man sich schon mal in Kleinigkeiten, aber man war gerne bereit dafür eine Stunde weniger Schlaf auf sich zu nehmen, da es Spaß bereitete.

Nach dem 2. großen Anstieg bestand die Möglichkeit den Weg zu verlassen und zusätzlichen den Mount Ngauruhoe zu besteigen, bevor man den ursprünglichen Weg fortsetzt. Im Gegensatz zu meiner Schwester entschied ich mich dafür und vereinbarte, sie an einem späteren Routenpunkt einzuholen, um im Zeitplan zu bleiben.

Nachdem einmal die Begeisterung entfacht war, erkannte ich den persönlichen Mehrwert, der über die verpflichtende Aufgabenstellung hinaus ging. Wenn ich schon eine persönliche Webseite erstelle, dann wollte ich sie von Anfang an so gestalten, dass sie auch über den Prüfungstag hinaus bestand hat und von Nutzen für mich ist. Daher beschloss ich, neben den Pflichtbestandteilen unter anderem auch einen Blog und eine Galerie einzurichten. 

Während meine Schwester sich ein wenig Erholung gönnte, um später in Ruhe weiterzulaufen, startete ich den Aufstieg, immer in dem Glauben daran, dass es die Sache wert ist.

Mir war bewusst, dass ich für den zusätzlichen Aufwand, meine Freizeit etwas mehr eingrenzen musste als üblich. Die Überlegung traf ich aber wohl bedacht, in dem ich mir eine 12-wöchige Übersicht rund um alle Uni bezogenen, arbeitstechnischen und privat relevanten Zeiten erstellte. Darauf basierend entstand ein Meilenstein-Plan, bis wann ich was erledigt haben möchte. Der Mehraufwand war für mich sehr relevant und fand in der Planung entsprechend Berücksichtigung. Denn das E-Portfolio sehe ich als große Chance mich in der Arbeitswelt noch besser zu positionieren.

Den Gipfel erreichte ich in geplanter Zeit und ich war sehr stolz darauf, diesen Teil geschafft zu haben. Zeitgleich realisierte ich aber auch, dass ich immer noch sehr weit weg von meinem Ziel bin, maximal die Hälfte der Strecke bewältigt habe und keine großen Abweichungen zu meinem strickten Zeitplan mehr möglich sind.

Nachdem ich die Webseite bis auf die Implementierung der wissenschaftlichen Ausarbeitungen und meiner persönlichen Reflexion fertig gestellt hatte, war ich stolz, den ersten Teil geschafft zu haben. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass noch ein großes Stück Arbeit auf mich wartet und es nicht gilt, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Der Ausblick auf die noch bevorstehenden Aufgaben erfüllte mich mit Ehrgeiz, aber auch Respekt, da mir bewusst war, dass ich auch zeitlich betrachtet an meine Grenzen stoßen könnte.

Mit großer Motivation startete ich den Rückweg. Dabei legte ich keinen Stopp ein, sondern wollte die bekannte Strecke bis zum Treffpunkt mit meiner Schwester schnell hinter mir bringen, um anschließend für den restlichen Teil mehr Zeit zum genießen zu haben.

Der Start zum zweiten Teil der Arbeit war richtungsweisend und war wiederum in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst galt es die theoretisch basierten Aufgabenstellungen zu bewältigen und anschließend die praktisch orientierten Aufgaben kreativ zu gestalten. Ehrlich gesagt liegt mir die Theorie nicht so sehr wie die Praxis, weshalb es mir wichtig war, diesen Teil schnell und effizient fertig zu stellen.

Meine Schwester hatte ich relativ schnell eingeholt. Ich freute mich darauf, den restlichen Teil der Strecke für mich zu meistern, aber dabei trotzdem auf Unterstützung zurückgreifen zu können. Auch wenn die Ausdauer nachließ, war ich glücklich über jede neu erlebte Momentaufnahme.

Nach dem der Theorie-Teil zu jedem Thema abgehakt war, setzte ich mich mit Freude an den Kreativ-Teil. Zum einen konnte ich andere Personen miteinbeziehen, zum anderen hatten mich die verschiedenen Features von Wix fasziniert und bereits während dem Aufbau der Webseite hatte ich einige Ideen entwickelt, wie ich diese für den nun folgenden Teil nutzen könnte. Auch wenn ich immer mal wieder ins Stocken geriet und mich bei den einzelnen Funktionen durchkämpfen musste, war ich dankbar über die vielen neu dazu gewonnenen Website-Fähigkeiten.

Manche Aufgaben fühlen sich in einem toll funktionierendem Team nicht nur einfacher an, sondern sind es auch, da man voneinander profitiert. Man motiviert sich gegenseitig, führt tolle Gespräche und findet ebenso Zeit um gemeinsam zu lachen.

Wie bereits angedeutet, half es an manchen Stellen während des Prozesses sehr, Erfahrungen mit Kollegen und Freunden auszutauschen, die entweder selbst an einem Portfolio arbeiten oder die bereits praktischen Erfahrungen in dem Bereich des Web-Designs haben. Daraus nahm ich sowohl viele hilfreiche Tipps und gewinnbringende Inspirationen mit.

Das Gefühl, die letzten großen ermüdenden Schritte bis zum Höhepunkt des Trails hinter sich zu bringen, ist einfach großartig. Mit dem Wissen, den schwierigsten Teil hinter sich gebracht zu haben, werden noch einmal versteckte Kräfte für den Abstieg mobilisiert

Als ich den Punkt erreicht hatte, dass alle verpflichtenden Teilprojekte fertiggestellt und in die Seite implementiert worden waren, machte sich ein Gefühl der Erleichterung breit. Auch wenn ich längst über den Punkt hinweg war, den Prozess rein als Pflichtaufgabe für die Uni zu sehen, wuchs nun mehr und mehr die Freude über das Geschaffte und vor allem über alles Freiwillige, woran in der verbliebenen Zeit jetzt noch gearbeitet werden konnte. Damit geht ein fesselndes und sehr aufschlussreiches Projekt zu Ende.

Nachdem wir unseren Onkel pünktlich wie versprochen am Parkplatz getroffen und zur Unterkunft gefahren waren, machte sich erst einmal die Müdigkeit breit. Richtig schlafen konnte ich aber nicht, da ich die verschiedenen Eindrücke des Tages immer wieder reflektierte. Eindrücke und Erfahrungen, die noch heute in meinem Kopf verankert sind..

Genau wie beim Tongariro Crossing bin ich mir sicher, dass einige meiner Erfahrungen, die ich über viele Abendstunden - am E-Portfolio arbeitend - gesammelt habe, für die Zukunft nicht vergessen werde. Rückblickend war das E-Portfolio eins meiner Highlights im Laufe des Studiums und mit Sicherheit ein gutes Training für die noch wesentlich größere, auf mich wartende Herausforderung der Masterarbeit. Diesbezüglich hat sie mich gelehrt, zusammenhängend zu denken, wissenschaftlich zu schreiben und dabei die wichtigsten Inhalte verschiedener Journals effizient zu filtern.

Auf der anderen Seite bin ich nun sehr geschult im Umgang mit den technischen Funktionen rund um den Aufbau einer Website und habe mein meines Erachtens schon gutes Zeitmanagement intensiviert.

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Philipp Halmanns
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philipp.halmanns@web.de

 

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