Motivation zum E-Portfolio
Um ehrlich zu sein ist die Motivation ein E-Portfolio zu erstellen grundsätzlich extrinsischer Natur. Denn die Erstellung des E-Portfolios ist verpflichtend während des 2. Semesters des Masterstudiengangs Entrepreneurship & Tourismus. Anfängliche Zweifel und fehlender Antriebskraft sind jedoch schnell einer intrinsischen Motivation gewichen. Nachdem erst einmal die Wahl zwischen Wordpress, Jimdo und Wix gefallen war und je mehr man sich mit dem Erstellen der Webseite beschäftigt hatte, desto mehr Begeisterung und neue Ideen entstanden, um die Webseite nicht nur für die verpflichtenden Themenbereiche zu nutzen.
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Auch wenn es thematisch nicht wirklich zusammen passt, spiegelt diese Erfahrung viele Erkenntnisse wieder, die ich auf meinen Reisen gewonnen haben und für die ich diese Seite unter anderem auch nutzen möchten, um sie mit meinen interessierten Mitmenschen zu teilen. In einer so schnelllebigen Welt wie heute, in der die Tage und Woche nur so an einem vorbeirennen, in der Millionen von Reizen auf einen einprasseln, fällt es schwer, sich bewusst eine Pause zu nehmen und sich für längere Zeit intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Was dabei entstehen kann zeigen folgende Gedanken, die ich einmal während meiner Reisen festgehalten hab.
WAS PASSIERT WENN MAN MAL ZEIT HAT IN RUHE NACHZUDENKEN...
...dann sind es die kleinen, aber minder intensiven Begegnungen, die einen immer wieder vor Augen führen, mit welchem Glück man auf die Welt gekommen ist... man es aber viel zu selten wertschätzt. Die drei Sonnenbrillenverkäufer, mit denen ich gemeinsam am 2 Dollar Mittagstisch sitze, machen einen Spaß nach dem anderen, stellen mir ständig Fragen und sind interessiert, obwohl sie weitaus größere Sorgen haben könnten, kämpfen sie doch tagtäglich, 13h am Tag, 7 Tage die Woche, fern der 5h entfernten Familie um ihr tägliches Überleben.
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Und wir? Sitzen gemeinsam am reichlich, variantenreichen (hier gibt‘s jeden Tag Reis) und super leckeren Mittagstisch von Mama und kriegen oft kein Wort heraus bzw. man hat das Gefühl das die meiste Kommunikation eher gezwungen ist.




Vielmehr geht es meistens nur um sich selbst, wie fühl ich mich, warum hat derjenige nicht dies und das zu mir gesagt, was steht gleich noch an oder was muss ich noch alles erledigen bis nächste Woche. Eine Frage nach dem Wohlergehen des Anderen bleibt meist auf der Strecke. Das alltägliche Leben macht uns stumpf und blind. Wir verlieren das Wichtige aus den Augen.
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Doch was ist das Wichtigste im Leben überhaupt? Natürlich hat jeder andere Vorstellungen vom Glück, ein tolles Handy, ein eigenes Auto, eine Job mit viel Kohle. Klar ist nicht verkehrt, aber zwingend notwendig?
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Reicht nicht manchmal ein nettes Lächeln der Verkäuferin vom Gemüsestand, ein mit- und übereinader-lachen-Können, eine kleine Geste wie das Aufheben einer Wasserflasche, die hinter den Sitz gefallen ist, der Vordermann aber nur mit biegen und brechen dran kommt?
Ein "Muchas gracias amigo" vom Familienvater - ein kurzes lächelndes "de nada" und man weiß, das Leben kann so einfach sein, wenn man die kleinen Dinge genießt, nicht ständig über alles Mögliche nachdenkt, sondern das Beste daraus macht.
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Genau das passiert gerade, nachdem ich mich erst darüber ärgern wollte nun 2h auf meine sowieso schon 11h lange Busfahrt warten zu müssen. Na und, bin ja schließlich nicht der Einzige dem es so geht, immer noch besser als noch immer am Arbeiten sein zu müssen, wie meine amigos vom Mittagstisch... und schwups, ist es nur noch eine halbe Stunde - eine halbe Stunde, um wertzuschätzen, in welches Glück man hineingeboren ist, um überhaupt am Busbahnhof Quitos zu sein und durchs Land reisen zu können.
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Noch letzte Woche habe ich einen jungen Kellner im Dschungel kennengelernt, der mir selbstverständlich erzählte noch nie am Meer gewesen zu sein.




22 Tage am Stück arbeiten, 8 Tage daheim bei der Familie, aber eher auf dem Feld statt vor dem TV. Aber ist er daher unglücklich? Nein! Er ist stolz mit seinem verdienten Geld, sich, seinen Eltern und seinen 11 (!!) Brüdern und Schwestern helfen zu können, als einziger Verdiener in der Familie!!! Daheim unvorstellbar, in Ecuador Gang und Gebe
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In solchen Momenten würde ich mir wünschen, dass wir bewusster darüber nachdenken, worüber wir uns manchmal den Kopf zerbrechen und Probleme schaffen, wo eventuell überhaupt gar keine sind. Das Leben könnte, nein ist oft einfacher als man denkt. Man muss es einfach nur erkennen und es sich immer wieder in Erinnerung rufen... oder einfach mal mit Blatt und Stift an einen ruhigen Platz setzen und anfangen aufzuschreiben, was man heute erlebt hat oder einfach was einem gerade in den Kopf kommt... denn so etwas
PASSIERT mir genau in diesem Moment, WEIL ICH MAL ZEIT HAB IN RUHE NACHZUDENKEN...
Was du damit machst, ob du sie als gutes Beispiel fürs "Zeit nehmen" nutzt und selbst eine Seite erstellst, ob du sie als Motivation für deine nächste Reise nutzt oder ob du Sie einfach als Denkanstoß für deinen Alltag übernehmen möchtest, sei dir völlig selbst überlassen...
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